FAQ

Wer sollte seine Trinkwasseranlage prüfen lassen?

Alle Betreiber / Besitzer von Wasserversorgungsanlagen aus denen Wasser für den menschlichen Gebrauch abgegeben wird.
Dazu zählen:

  • Mehrfamilienhäuser
  • Wohnanlagen
  • Gaststätten
  • Hotels
  • Alters- und Pflegeheime
  • Arztpraxen
  • Behandlungs- und Therapieeinrichtungen
  • uvm.

Was sind Legionellen?

Legionellen (Legionella) sind eine Gattung stäbchenförmiger, im Wasser lebende Bakterien. Die für Erkrankungen des Menschen bedeutsamste Art ist Legionella pneumophila, sie ist Erreger der Legionellose.

Wo kommen Legionellen vor?

Legionellen kommen dort vor, wo erwärmtes Wasser ihnen optimale Bedingungen für die Vermehrung bietet. Dieses kann beispielsweise der Fall sein in

  • Warmwassererzeugungs- und Warmwasserverteilungsanlagen
  • Schwimmbädern
  • Luftwäschern in Klimaanlagen
  • Kühltürmen
  • Biofilmen
  • Krankenhäusern
  • Schulduschen
  • Wannenbäder, Stationsbäder
  • Totleitungen
  • Wassertanks
  • Kaltwasserleitungen mit Wärmeeinwirkung von außen oder mit langen Stillstandszeiten, z. B. mäßig genutzte Feuerlöschleitungen mit Trinkwasseranbindung

Wie werden Legionellen auf den Menschen übertragen?

Eine Übertragung von Legionellen ist prinzipiell durch Kontakt mit Leitungswasser möglich, wenn die Legionellen in die tiefen Lungenabschnitte gelangen.

Nicht jeder Kontakt mit legionellenhaltigem Wasser führt zu einer Gesundheitsgefährdung. Erst das Einatmen bakterienhaltigen Wassers als Aerosol (Aspiration bzw. Inhalation z. B. beim Duschen, bei Klimaanlagen, durch Rasensprenger oder in Whirlpools) kann zur Erkrankung führen.

Das Trinken von legionellenhaltigem Wasser stellt für Personen mit intaktem Immunsystem keine Gesundheitsgefahr dar.

Eine Übertragung von Legionellosen wird insbesondere mit folgenden technischen Systemen in Verbindung gebracht: Warmwasserversorgungen (z. B. in Wohnhäusern, Krankenhäusern, Heimen, Hotels), raumlufttechnische Anlagen (Klimaanlagen), Luftbefeuchter, Badebecken, insbesondere Warmsprudelbecken (Whirlpools), sowie sonstige Anlagen, die einen Spray von Wassertröpfchen erzeugen.

Die Übertragung von Legionellen von Mensch zu Mensch konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Was ist Legionellose?

Bei einer Legionellose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Legionella (Legionellen) hervorgerufen wird. Der mit Abstand häufigste Erreger ist Legionella pneumophila.

Es können mehrere Formen der Legionellose unterschieden werden. Die beiden wichtigsten Formen sind die Legionärskrankheit, die durch eine Lungenentzündung (Pneumonie) gekennzeichnet ist und einen lebensgefährlichen Verlauf annehmen kann, sowie das seltenere, ohne Lungenentzündung und meist mild verlaufende Pontiac-Fieber. Darüber hinaus können Legionellen in seltenen Fällen auch Infektionen außerhalb der Atemwege wie Wund-, Herzinnenhaut- (Endokarditiden) und Nierenbeckenentzündungen (Pyelonephritiden) verursachen.

Lt. Fachliteratur beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Legionellose 2-10 Tage. Am häufigsten 5-6 Tage.

Wie lange die Bakterien im Körper überleben können, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden.

Es wird jedoch gefordert bei Erkrankung ca. 14 Tage zurück zu forschen wo ev. Verursacher zu finden sind.

Wie kann Legionellenwachstum vermieden oder vermindert werden?

Für die Errichtung und den Betrieb von Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsanlagen gilt das DVGW-Arbeitsblatt W 551 über die „Technischen Maßnahmen zur Verringerung des Legionellenwachstums“ vom April 2004. Danach muss am Austritt von Warmwassererzeugungsanlagen ständig eine Temperatur ca. 59 °C gehalten werden. Bei Anlagen mit Zirkulationsleitungen darf die Warmwassertemperatur im System nicht um mehr als 5 °C gegenüber der Austrittstemperatur absinken. Somit muss die Rücklauftemperatur der Zirkulation in den Warmwasserbereiter mindestens 54 °C betragen.

Bei Temperaturen im Trinkwassernetz die dauerhaft über 60°C liegen besteht Verbrühungsgefahr. Außerdem können Schäden am Leitungsmaterial (z.B. Zinkablösung) entstehen.

Alle Zapfstellen müssen regelmäßig durchflossen werden. Längere Stagnationszeiten (länger als drei Tage) sind nicht zulässig.

Bei der Errichtung- bzw. bei Umbauten des Trinkwassernetzes ist darauf zu achten, dass keine totwasserführenden Leitungabschnitte im Leitungsnetz verbleiben.

Die regelmäßige Wartung / Entkalkung des Trinkwassererzeugers ist obligatorisch.

Normen, Vorschriften und Richtlinien

Wasserbeschaffenheit für Heizungs- und Kesselanlagen

  • VDI 2035: Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen – Steinbildung in Trinkwassererwärmungs- und Warmwasser-Heizungsanlagen …
  • DIN EN 14868: Korrosionsschutz metallischer Werkstoffe
  • VdTÜV 1453 mit 1466: TÜV- Richtlinien für Speisewasser, Kesselwasser und Dampf von Dampferzeugern
  • TRD 611: Technische Regeln für Dampfkessel

Schwimm- und Badebeckenwasser

  • Infektionsschutzgesetz (IsSG) 2000
  • DIN 19 643: Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser
  • Bäderhygienegesetz (BHygG)

Trinkwasser

  • Trinkwasserverordnung (TrinkwV) 2001
  • DVGW Arbeitsblatt W551 Technische Maßnahmen zur Verminderung des
  • Legionellenwachstums […]
  • VDI-Richtlinie 6023 Hygienebewuste Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung von Trinkwasseranlagen
  • DIN 50930: Korrosion metallischer Werkstoffe […]
  • DIN EN 12502: Korrosionsschutz metallischer Werkstoffe

Häusliches Trinkwasser - Häufig untersuchte Parameter

  • Legionellen
  • Pseudomonaden
  • Koloniezahl bei 20°C und 36°C
  • Coliforme Keime in 100ml
  • E. Coli in 100ml
  • Nickel
  • Blei
  • Kupfer
  • Zink
  • pH- Wert
  • Sauerstoffgehalt
  • Leitfähigkeit
  • Härte

Quellen

  • Robert-Koch-Institut
  • Trinkwasserverordnung (2001)
  • DVGW-Arbeitsblatt W551 und 552
  • VDI-Richtlinie 6023
  • DIN 50930
  • Umweltbundesamt (UBA)Wikipedia
  • u.a.